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Ein intensives Jahr in Afrika

09-12-2018 16:04 von Fabian Grüter

Freiwillige Johanna Entrup hat viel bewegt

Ekwendeni in Malawi war für ein Jahr das Zuhause von Johanna Entrup. Die Saerbeckerin half dort im Ausbildungszentrum St. Michael’s, das vom Treffpunkt Malawi e. V. unterstützt wird. Sie gab dort nicht nur Englisch- und Computerstunden, sondern brachte zusammen mit den Menschen vor Ort auch viele Projekte nach vorne. Nach ihrer Rückkehr nahm die Saerbeckerin nun an der vergangenen Vorstandssitzung des Treffpunkt Malawi e. V. teil und zeigte mit vielen eindrucksvollen Fotos die Entwicklung der Projekte.

 

So legte sie mit den Schülerinnen und Schülern direkt am Ausbildungszentrum einen Garten an, damit die Mittagsverpflegung gesichert ist. Um Ernteausfälle, wie es sie in Vorjahren gab, zu vermeiden, wurde ein Damm gebaut. Das gestaute Wasser wird nun mit Schläuchen und Tretpumpen zu den Pflanzen geleitet. Nützlich war dabei das landwirtschaftliche Wissen der 19-Jährigen – schließlich kennt sie die Landwirtschaft von ihrem Zuhause in Saerbeck. „Vor meiner Zeit in Malawi war ich mir nicht sicher, ob ich Lehrerin werden oder Agrarwissenschaften studieren möchte. Jetzt ist die Entscheidung gefallen und ich habe mich für ein landwirtschaftliches Studium in Bonn entschieden und wohne hier bereits“, freut sich Johanna Entrup.

 

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Das Gemüsefeld neben dem Ausbildungszentrum wird mit Hilfe einer Tretpumpe bewässert.

 

 

Nach Malawi entsandt wurde sie von den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten. Größtenteils finanziert wurde das Freiwilligenjahr durch das weltwärts-Programm der Bundesregierung. Einen Teil der Kosten brachte Johanna Entrup durch zuvor zusammen mit der Kolpingjugend gesammelte Spenden auf. „Weil am Ende Geld übrig war, konnte davon noch ein kleines Küchengebäude für das Ausbildungszentrum gebaut werden“, ist Johanna Entrup dankbar für die Spenden der Saerbecker. Auch der Treffpunkt Malawi unterstützte den Bau. „Jetzt kann auch in der Regenzeit in einem festen Gebäude gekocht werden!“ Besonders für die angehenden Schneiderinnen und Tischler, die nicht in Ekwendeni wohnen und einen weiteren Weg zum Ausbildungszentrum haben, ist die Küche mit kleinem Vorratslager ein echter Gewinn. „Mir war es wichtig, etwas Bleibendes zu schaffen“, macht Johanna Entrup deutlich. Beeindruckt zeigt sie sich von dem großen Engagement der Auszubildenden. „Alle haben beim Bau geholfen und fühlen sich mit dem Ausbildungszentrum sehr verbunden.“

 

Selbst Hand angelegt hat Johanna Entrup außerdem bei einem Abdach, das den Auszubildenden Schutz vor Sonne und Regen bietet und in den Pausen ein beliebter Treffpunkt zum Essen und Reden ist. „Die Malawier waren überrascht, dass ich als deutsche junge Frau mit Hammer und Säge umgehen kann“, merkt sie an.
Eine weitere Herzensangelegenheit war schließlich das Jahrbuch, das sie zusammen mit den angehenden Schneiderinnen und Tischlern erstellte. Darin berichten die jungen Menschen über Alltägliches und Besonderes in Ekwendeni und auch über sich selbst.

 

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Johanna beim Dachdecken.

 

Als aktive Saerbecker Kolpingerin brachte sie sich beim Bau eines Hühnerstalls für die Kolpingsfamilie in Ekwendeni ein und besuchte die Kolpingsfamilie in Mzambazi. „Der Kontakt zu dem sehr ländlichen Ort war zeitweise wenig intensiv, hat aber nun wieder Fahrt aufgenommen“, freut sich August Helmig, Vorsitzender des Treffpunkt Malawi e. V. Aktuell fragt die Kolpingsfamilie nach finanzieller Unterstützung für ein Schweineprojekt. Darüber wird voraussichtlich in der nächsten Vorstandssitzung beraten.

 

Heimweh war für Johanna Entrup während ihres Malawi-Jahres kein Thema: „Die Menschen in dem Ausbildungszentrum waren wie eine Familie und haben mich mit offenen Armen empfangen und aufgenommen“, schwärmt sie. „Die Entscheidung, hier das Freiwilligenjahr zu verbringen, war zu hundert Prozent richtig. Auf jeden Fall möchte ich noch mal wieder nach Malawi reisen, denn mir sind so viele Menschen ans Herz gewachsen und man kann nicht einfach so verschwinden – aber erst einmal muss ich mich in meinen Studienort Bonn einleben.“
Fotos:Selbst mit angepackt hat Johanna Entrup beim Bau einer Küche für das Ausbildungszentrum.
Gegenüber der herkömmlichen Feuerstelle wird mit dem neuen Herd weniger Holz verbraucht.

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Gegenüber der herkömmlichen Feuerstelle wird mit dem neuen Herd weniger Holz verbraucht.

 

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