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Ein Jahr in Malawi

04-03-2018 17:22 von Fabian Grüter

Freiwillige arbeitete im Ausbildungsprojekt des Treffpunkt Malawi e. V.

Die Englisch- und Computerkenntnisse der jungen Menschen, die zu Schneiderinnen und Tischlern ausgebildet werden, zu verbessern, das war in Ekwendeni die Aufgabe von Luise Knobloch. Nach ihrem Abitur absolvierte sie in dem malawischen Ort einen zwölfmonatigen weltwärts-Freiwilligendienst der Kolping Jugendgemeinschaftsdienste.

 

„Das war für mich ein ganz besonderes Jahr und ich denke, dass ich noch einmal für längere Zeit ins Ausland gehen werde“, ist die 20-Jährige begeistert von ihrem Einsatz im St. Michael’s Development Centre. Finanziell unterstützt wird das Zentrum vom Treffpunkt Malawi e. V., um benachteiligten Jugendlichen eine kostenlose Ausbildung und damit Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Aktuell ist erneut eine Freiwillige, die Saerbeckerin Johanna Entrup, dort. „Jede Freiwillige, die sich in dem Projekt engagiert, bringt neue Ideen ein und ist auch für unseren Verein eine wichtige Ansprechperson vor Ort“, freut sich August Helmig, Vorsitzender des Treffpunkt Malawi e. V. Finanziert wird der Aufenthalt größtenteils über das Förderprogramm weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und ergänzend durch die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste und einen eigenen Spenderkreis der Freiwilligen.

 

Die Freiwillige Luise Knobloch unterrichtete im Ausbildungszentrum in Ekwendeni angehende Schneiderinnen und Tischler in den Fächern Englisch und Computer.

 

„Ich habe bei einer tollen Familie gewohnt, die sehr offen war. Wir sind partnerschaftlich miteinander umgegangen und haben viel voneinander gelernt“, ist Luise Knobloch dankbar. „Mein Alltag sah so aus, dass ich meistens morgens unterrichtet habe. Nachmittags war ich oft in der Kolping-Bücherei und im Kindergarten – das hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch eine wunderbare Abwechslung!“ Während die Internetanbindung gut war, hätte eine höhere Anzahl an Laptops den Unterricht vereinfacht. „Die Schüler habe ich deshalb einfach gruppenweise unterrichtet“, hat sich die aus Pirna bei Dresden stammende Luise mit dem Mangel arrangiert. Dagegen war es für sie manchmal nicht zu verstehen, wenn es bei den Schülern nicht nur an Büchern, sondern sogar an Stiften und Papier mangelte. „Da kommt man dann schon mal an seine Grenzen“, wird sie nachdenklich. Insofern sind die jungen Menschen dort für jede Hilfe durch den Treffpunkt Malawi dankbar. Erst kürzlich konnten wieder neue Nähmaschinen gekauft werden, weil einige der alten, preisgünstigen Modelle kaputt und nicht mehr zu reparieren waren. Jetzt wurden Markenmaschinen angeschafft, für die leicht Ersatzteile zu beschaffen sind.

 

Auch eigenes Einkommen generieren die jungen Menschen. So werden die selbst hergestellten Sachen in einem kleinen Laden im Ort verkauft. Außerdem hatten einige Tischlerabsolventen und -auszubildende kürzlich für die Grundschule in Ekwendeni Schulbänke gefertigt. Dies war mit finanzieller Unterstützung durch die Sünte-Rendel-Grundschule Riesenbeck möglich, die einen Sponsorenlauf veranstaltet hatte.

 

Die Kindergartenkinder sind Luise Knobloch während ihrer Zeit in Malawi besonders ans Herz gewachsen.

 

Ein besonderer Höhepunkt war eine Fahrt an den Malawi-See. „Die meisten Schülerinnen und Schüler waren noch nie dort und haben den Tag sehr genossen“, berichtet Luise Knobloch. Aber außer Spaß hatte der Ausflug auch einen schulischen Hintergrund: So wurden die Fächer Englisch und Computer miteinander verknüpft, indem jeder anschließend einen Bericht auf Englisch schreiben musste. Weitere selbst verfasste Berichte über das Schulleben sowie die Situation im Heimatort und in Malawi wurden dann in einer eigenen Schulzeitung veröffentlicht. Luise Knobloch hatte für dieses Projekt einen Journalisten eines malawischen Radiosenders gewinnen können, der zusammen mit ihr die Grundlagen der Massenkommunikation unterrichtete.

 

Der Wunsch, weitere Ausbildungsbereiche wie Maurer, Elektriker oder Friseur anzubieten, besteht bereits in Ekwendeni und wird auch vom Treffpunkt Malawi begrüßt. Es sind jedoch nähere Planungen nötig, zumal das bisherige Schulgebäude nur beschränkten Platz bietet. Um ihre Zukunft macht sich auch Luise Knobloch Gedanken: „Politikwissenschaft oder Soziologie möchte ich gern studieren, aber erst einmal jobbe ich in Deutschland und plane dann, noch mal ins Ausland zu gehen.“

 

Ein Klassenausflug an den Malawi-See war ein herausragendes Ereignis, denn für die meisten Schülerinnen und Schüler war es der erste Besuch an dem See.

 

Neben Berichten von Luise Knobloch sowie von Johanna Entrup stellte der Treffpunkt Malawi e. V. weitere Berichte in seiner Vereinszeitung zusammen. Die Zeitung kann als pdf-Dokument hier heruntergeladen werden.

 

„Ohne die vielen Spenden gäbe es in dieser Form kein Ausbildungszentrum in Ekwendeni. Wir bedanken uns – auch im Namen der Menschen in Malawi –  dafür“, so August Helmig. Aktuell trugen vor allem die Erlöse durch Taschen- und Sockenverkäufe auf den Weihnachtsmärkten in Riesenbeck und Saerbeck dazu bei, dass der Treffpunkt Malawi e. V. das Ausbildungszentrum weiterhin fördern kann.

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